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Geistliche Briefe.
wann du in einem sanften und stillen Liebes- Fstsinne leidest. Wann wir stille Leidenskindersind, und alle Zornmacht in uns und andern, M >mit lauter Liebe und sanftem Wesen aus-loschen, dann hält ^Esus Abendmahl mit MÄuns; da trinken wir einander herzlich zu; da ßg!»>herzet er uns, und nennet uns seine Brüder-lein und Schwesterlein, und will dann gernbei uns wohnen bleiben. M
So leide dich dann noch ein wenig, als Mseine guteStreiterinnJEsu Christi, undweichenicht. Er har dich berufen zu der Gemein- M li,schaft seines Geistes, der ein Geist der Liebeund des Leidens ist; er hat dir einen Ge-schmack an diesem Geist gegeben; du hast ihn Nerkannt, als den Sinn und Geist Christi, als Widen wahren evangelischen Geist. km ^
Da wir gesetzlichfromm waren, ging es Ich!weit anders: wir wandelten, wohin wir woll-ten; kein Mensch mußte uns hinderlich seynin unserem Eifer und Uebungen; die Gnade ^selbst bequemte sich nach uns. Nun ists um- . ^gekehrt: wir müßen wandten, wo wir nichthin wollen; jedermann scheint Recht undMacht zu haben, uns zu hindern und zu pla-gen; wir müßen uns nach allen bequemen,uns unter alle beugen, immer Unrecht haben;kurz! wir müßen auf alle Weise leiden unddoch lieben, lieben und doch leiden. Nun,es ist geschehen. Wir sind nicht mehr unserselbst; der Liebe und dem Leiden sind wirgewidmet. Unser Geliebter ist weiß und
roch;