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Geistliche Briefe.
Ich sehe es mit Vergnügen an, wie dietreue Führung und Vorsehung der Liebe dirdie Kreatur und dein Eigenes immer mehrzu verleiden sucht. Alle Treue muß nurseyn eine geheime Zustimmung in die Wegedes HErrn, der uns am beßken zu erlösenund zu heiligen weiß, und dem wir unserganzes Heil in die Hand gegeben haben,und uns ihm noch tiefer laßen müßen. Wirmäßen ganz an uns selbst verzagen; es istda ein Müßen , sonst khäten wirs nimmer-mehr. Ach! daß wir bei dem Verzagen anuns selbst, nur ein unendliches Vertrauen zuGOtt, über allen Begriff und Empfindungbehalten mochten! Denn GOtt ist gewißreme Liebe; er beweiset sich eben alsdannrecht als Liebe , wann er Unsere Eigenliebeam meisten bestreitet.
Gewiß ist seine Liebe zu uns unaussprech-lich groß. Er hat uns ein Verlangen gege-ben, ganz für ihn zu seyn; ein Verlangenzur Vollendung in der wahren Heiligung.Dieses Verlangen soll gewiß in die Erfül-lung gehen, aber nach f iner, nicht nach un-serer Weise; die Selbstliebe soll nichts da»bei haben. Wir suchen die Heiligkeit in unsselbst, und finden gerade das Gegentheil,wann wir uns selbst finden; und GOtt gebedem Geduld und Glauben, der sich rechtselbst findet! Alle Heiligkeit und Seligkeitist in GOtt allein ; darum macht unsGOtt so arm, elend und nackt, damit wir
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