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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
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Geistliche Briefe.

ganzen Willen in seinerHand ließen. Nackendsind wir aus GOtt ausgegangen, nackendmäßen wir wieder in ihn eingehcn, damit eruns mit sich bekleide, gleichwie wir von Naturmit uns selbst bekleidet gewesen sind, zur Ver-unehrung seines herrlichen Bildes.

Unsere immerwährende Widerstrebungenwider GOttes Führungen und Absichten, sindrecht erstaunend. Die Eigenliebe will sichnur ausschmücken, anfüllen, fest halten,anstatt daß wir sollten los laßen, uns aus-leeren und entblößen laßen. Wer aber dieWahrheit liebet, bethet die Absichten GOt-tes an, und stehet eitel Seligkeit in seinenWegen; dann er erfähret, daß er ihm selbstdie größste Hinderniß ist, daß er aber allesfindet nach dem Maß, nach welchem er sichselbst und alles verlaßet. So laßet uns dannnun, geliebter Bruder, umkehren, und wiebie^Kindlein werden, die sich der Führunggöttlicher Vorsehung von außen, und seinerLiebe, Zucht und Zügen von Innen so über-laßen, als wann wir weder Witz noch Wil-len mehr hatten, damit er en mairre (alsHErr und Meister) uns regiren, und seinWerk in uns ausführen möge, zu seiner Ver-herrlichung, Amen!

Mülkeim,den 8. Sept. i/zs.

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