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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
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Geistliche Briefe.

meine liebe Schwester! und ihm Platz ma-chen in uns. Unser eigenes Leben, Wollenund Bewegen taugt nicht. Der HErr mußunser Leben und Alles in Allem werden; sostehts recht, und so liegt wenig daran, obunser äußeres Schattenleben zerbrochen wird.

Es ist mir allemal lieb, wann ich einigeZeilen von dir sehe; können sie nicht allezeitmit der Feder beantwortet werden, so ge-schiehts doch im Geist der Liebe, da ich deineSeele, in Schwachheit, dem uns so nahen jVater in Christo aufopfere, daß er sein Werkohnausgesetzt, in dir bis zur Vollendung aus-führe. Ließen wir ihn nur unbedingt mit unsmachen, wie bald und schön würde es zumZiel gehen! Seine reine Liebe wird schon all-mählig alle herbe Kräfte unserer Natur undunsers Eigenwillens besänftigen; ja Er willes allein thun; wir sollen nur gute Herzens-kindlein bleiben, die alles vom Vater nehmen,was da kommt, und dem Vater nimmer wi-dersprechen, sondern unserem ältesten Bruderimmer und in allen Fällen nachstammlen: JaVarel! also ist es wohlgefällig vor dir!Amen! du treue Liebe, gib solches mir undder Schwester, und den übrigen Kindern in E.

Daß der Doctor N. plötzlich gestorben, !wirst du vernehmen. Den Tag vor seinem ^Ende ließ er mich rufen, (wiewohl auch dievorigen Tage bei ihm war) da war er viel är-mer im Gemüth, auch herzlicher in der Liebe,

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