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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
225
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II. Theil. 75ster Brief.

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sens, nie leer abgewiesen worden ist. Dochwas soll man chun? Barmherzigkeit rühmetsich wider das Gericht. GOtt will bisweileneine Probe nehmen von unserer einfältigen Liebe,welche bei der Vernunft nicht in einem Hausewohnen will, sondern die Liebe gehet gleichsamdurch die Hinterthür hinaus, wann die Ver-nunft durch die Vordertbür herein kommt.Sonst scheinets so ein Liebesgericht GOtteszu seyn, daß die Goldsudler in dieser Weltarm bleiben sollen, damit die L in ihremGold, durch eine gesegnete Putrefaction,wegschmelze, und sie, mit allen armen Pil-gern, GOcr für ihren einigen Schatz erwählen.

Daß mein. Bruder den ersten dieses Mo-naths gestorben, wird bekannt seyn. Daslangwierige Elend preßte noch manches her-aus, welches sonst wohl wäre verdeckt geblie-ben. Er ist sonst in einer ziemlich gutenGemüthsgestalt und Uebergebung in GOttund dessen Liebeswillen gestorben, und schienfast, daß er Tag und Stunde vorher wußte.Nun sind alle meine fünf Brüder hin, diegesund und stark gewesen; ich aber, als derSchwächesie, lebe noch, durch GOttes wun-derbare Güte, die, wider aller Menschen Ver-muthen, meinen Odem erhalten hat, ich weißnicht wie lang? Ihm, meinem Ursprung undHeiland, sey mein Leben und Wesen in Zeitund Ewigkeit gewidmet zu seinem Dienst undEhren, Amen! Laßt uns ganz für ihn seyn.Erst. B. ti. Th. P meine