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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
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Geistliche Briefe.

wollen wir durch GOrt noch werden. Immersehen wollen, wie und wo man ist, gibt nurVeuvwrung und Zeitverlust. Getrost weiterfort! Immer völliger und inniger in die Ver-geffung, Entäußerung und Ergebung anGOkt; unser innerer Führer wird schon wis-sen, wo hinaus?

Du wirst nun wohl gute Ordnung, in An-wendung der Zeit, halten, .welches nochmalsrcccmmandire. Die stunden zur Arbeitgewidmet, mäßen nicht mit Müßiggehen,zerstreuendem Lesen, zu vielem Ausgehen, odersonst vergeblich zugebracht werden. Die Ar-beit , so dem HErrn geschieht, mit stillemWesen, ist ein GOttesdienst. Die Stundenzur Absonderung mäßen auch nicht, ohnegründliche Ursachen, unterlaßen, oder immerausgeschoben werden. Je mehr dein innererMensch, unter der Arbeit, andächtig und abge-schiedenwird, so viel weniger werden die Phan-tasien zur Zeit der Absonderung beunruhigen.Doch mußt du ein wenig Geduld mit dir selbsthaben; deine lebhafte umschweifende Phan-tasie und Naturell mäßen so allmählig in Ord-nung gebracht werden. Man sucht so wohlden Phantasien als allem übrigen, so unver-merkt zu entweichen, durch einen sanften, un-verstellten Liebesblick auf GOtt, den man insich gegenwärtig glaubet. Muß man nichts destoweniger immer die flatternde, störende Kräftefühlen, so muß mans mit Gelaßenheit leiden;Geduld ist auch eine Tugend. Sonst mußt

du

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