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Geistliche Briefe.
Menschen; in so weit er aber natürlich wirkt,nennt man ihn den äußeren Menschen.
Dem sey aber wie ihm wolle, wir müßendem äußeren und alten Menschen fremd jafeind werden, und es mit dem Inneren hal-ten; in diesen müßen wir eingekehrt suchen zuwohnen und zu wandlen, und denselben nuran GOtt laßen hangen, wie ein aus ihmgebornes Kind an seiner Mutter Brust. Sowird der äußere Mensch immer abnehmen,der innere aber gestärket und erneuret von
Tag zu Tage. 2 Cor. 4,16. Bei mehr gefor-
derten Seelen gehet eine sehr wesentlicheScheidung dieser beiden Theile vor; bei an-deren gehts oft sehr confus durch einander;bisweilen aus Untreue, da man den Willendes Fleisches thut; bisweilen aus Unwissenheit,da man sichs zu sehr annimmt, was in demäußeren Theil vorgehet. Man will die Ge-danken im Kopf, die Lüste der Sinne, undwas sich sonst Böses reget, wirksamer Weiseabwehren und vertreiben, und wird oft nurschlimmer. Da wird man denn muthlos undtraurig, und beurtheilet sich nur nach demäußeren Theil, da es doch dem inneren Men-schen zur Last und wider seinen Willen ist.Das Beßte ist, man entweiche mit seineminneren Willen sachte und unvermerkt, bleibebei GOtt im Herzen, und suche möglichstalles andere zu vergessen und fallen zu laßen.Durch eine solche Nichtwahrnehmung undEinkehr überwindet man öfters die grösste
Ver-