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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
211
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n. Theil. 72ster Brief.

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sehen, daß die Vernunft bei jenem gutenN. das Ruder führet. Zwar die Wider-setzlichkeit der Vernunft und kreuzslüchrigenNarur wider das einfältige arme Leben IE-su, von Innen und Außen, wundert michgar nicht. Den Sinn und die Gründe die-ses Antichristen (ich mepne die natürlicheVernunft) Hab ich genugsam in mir selbstund andern erkannt; aber von diesem Mannhätte ichs so schlimm nicht gedacht. Wie ichkurz mit ihm gesprochen, merkte ich wohl,daß er damals nicht recht in die Einfalt sin-ken wollte: ich dachte aber, wann wir naherbekannt worden waren, würde sechs schon ge-geben haben; denn nebst seiner ungemeinenKlugheit, Erkenmniß und Gaben, spürte ichdoch auch wohl, daß er gewißlich ein Ge-fühl von GOtr habe, weßwegen ich ihn lieb-te und noch liebe. Man muß aber mit der-gleichen Personen, die so viel vom Baumdes Erkenntnisses gegessen, große Geduldhaben. Es halt mir uns und anderen hart,che wir recht einfaltig werden, und dieSchmach Christi ungescheut auf uns neh-men wollen; wie viel schwerer fallt es sol-chen? Lastet uns eine Weile zusehen! DurchKreuz und Noch kann GOtt noch manchenvon dem Spotterbankchen herab treiben,daß man sich hernach gerne zu den Kindernherunter setzt.

Du hast dich, lieber Bruder, zu starkm den guten Mann verbildet gehabt; daherO r mußt