Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
183
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II. Theil. 6zster Brief.

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Meine geliebte Freundin», ich weiß nicht,wie ich unvermuthet an eine solche Schreib-art komme: vielleicht hat es so für euch seynsollen. Ich füge nur noch dieses hinzu: daßich vor GOtt darin gewiß bleibe, daß dekStand der Verbergung seiner empfindlichenGnade, und die gegenüberstehende Empfin-dung eurer Armuth, Finsierniß und Verder-bens, gut und nöthig für euch gewesen sey.Und, ob es wohl wahr ist, daß ihr euch nichtgebührend darin verhalten habt, so hebetdoch eure Untreue GOttes Treue nicht auf,daß er nicht, dem ungeachtet, seinen ?w«ckerreichen sollte, euch nämlich zur gründlichenSelbsterkenntniß und Heiligung zu bringen.Darum so überlastet euch seiner Hand, undglaubet, ohne Sehen, einemGOtt, Vernichtbetrügen kann. Er bars gesagrV: Ich willdich nicht verlaßen noch versäumen. In seinerLiebe grüße ich euch herzlich, wie auch euren

Vater und übrige im Hause.-

Ich verlaße mich gänzlich darauf, daß ichersten Tags von euch ein Wort zur Antwortbekommen werde. Seyd doch recht frei undeinfältig; es gefällt solches dem HErrn wohl.Inzwischen werde ich durch GOttes Gnadeverbleiben

Euer

Mülkeim,den zs. März 1734.

geneigter Freund undBruder.

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