Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
182
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Geistliche Briefe»

sondern mich an." Was dünket euch,liebe Freundinn ? Könnt ihrs übers Herz brin-gen, dem liebsten Heiland sein hohes und gnä-digstes Begehren abzuschlagen? Nein, ihrmüßet ihn lieben; ihr müßet euch ihm ergeben;und ich darf kühnlich, in eurem Namen, denseligen und ewigen Contract schließen und bestä-tigen. Soll es dann also sepn, duunendlich liebender Menschenfreund, fo seyes in deinem Namen gewager; ich kannmich nicht länger enthalten; deine Liebeund Freundlichkeit reizen mich gar zu sehr;ich muß kommen, und wenn ich auch derganzen Welt Sünde auf mir hätte» weiles dann nun dein gnädigstes Wohlgefallenist, daß du mich für dich habenwillst; so geb' ich mich dann hin, mitgeschlossenen Augen, auf Gnade und Un-gnade. Nimm mich der Welt und mirselbst; nimm mich ganz, und auf ewig dirallein, Herz, Wille, Verstand, Leib,Seel' und Geist; nimm es alles bloß fürdich, und zu deinem ewigen Eigenrhum.was ich sonst in mir finde, das scy deinemGnadengerichr zur völligen Befreiungübergeben. Du, 7s Esu! bist es, dermich bei meiner Hand gefaßt har; du wirstmich führen nach deinem Liebesrath, undzu deinen Ehren mir aushelfen. AmenIEsu! Siehe Harfenspiel, die vier letzteVerse aus dem Lied: -Ö wie selig sind disSeelen.

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