172 Geistliche Briefe.
Ich grüße alle Hausgenossen, wünschend,das GOttes Besuchungen einen Segen imInneren mögen nachgelaßen haben. Suchetalle, euch zu befestigen in der Gunst des ge-treuen Freundes in Noch und Tod, von welchemPaulus 2 Tim. 4, i6. und 17. sagt: Sieverließen mied alle, der HErr aber standmir bei, und stärkre mich u.s.w. weil schwe-rere Gerichte erfolgen möchten.
Mülheim,den 9. Iun. 17zz.
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Der 5dste Brief.
Daß der Zug GOttcs im Grunde sich durch dieVernunft nicht müße verdunkeln laßen.
Lieber Bruder!
seinen Gemüthszustand anlangend, so ists^ gewiß am sichersten und beßten, daß duruhig trachtest auszuleiden, was darin widerden Zug der Gnade und den Sinn deinesGemüths vorkommt, bei diesem letzteren dichso viel möglich haltend, ohne mit Furchtund Forschen in das andere zu viel einzuge-hen. GOttes Zug und Licht kommt nichtvon Außen herein; es entlehnet seine Gewißheitund Kraft nicht vom Verstand oder von den
Sinnen;