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Geistliche Briefe
dem Gemüthe so gar was Neues und Unver- ^hofftes ist. Du stehest nun in etwa, wie wenigGOtt unserer Vernunft und eigenen Activitätbrauchet, uns seine Wahrheiten und sich selbstzu erkennen zu geben; und wie die TugendenJEsu gar was Wesentlichers und Schöneres 8 Nsind, als man jemals gedacht hat. Ichschreibe confus und mit laufender Feder, duwirst mich aber wohl fühlen. Gleichwie dunun dir selbst von diesem nichts gegeben hast,so halte dich auch dabei in einer unverstellten ^ NPassivität, und laß dich, nach GOttes Wil- W«len, von seiner Gutheit und von der Kinder- Oi"gestalt recht durchdringen, damit der Geist Ostund Sinn, der in Christo war, ganz und Mwesentlich in dich komme. Nimm dich in Acht, lv 6daß du nicht viel spcculirest auf das, was der MHErr thut, sondern überlaß dich nur mit Mgeschlossenen Augen. Lies doch jetzt kein ein- Mziges Buch, das sonderbares Nachdenken
erfodert.- ^
Der das gute Werk in uns angefangen, Mwolle es in uns vollenden zu seinem Preise! MAmen. Gedenke meiner! Mv
Mülkeim,den 2i. Nov. i7Z2.