Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
156
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Geistliche Briefe

und spüre Herzklopfen, wie auch Glieder-,Haupt-, und Augenschmerzen. Kleine Ver-drießlichkeiten (wovon doch eine ziemliche Por-tion bekomme) bringen eine große Alterationin meinem Haupt und Geblüt zuwege, da ichdann froh bin, wenn ich nur das Gemüthfrei und still behalten kann in dem FriedenGOttes, welcher in allen Anfällen von Außenund Innen meine einzige Retirade ist, undsich meinem armen Gemüth auch nimmer ganzentziehet. Uebrigcns spüre wohl, daß ich invielen Stücken nicht mehr die Kraft und Mun-terkeit der Natur habe, die ich wohl vorhingehabt habe. Ich weiß nicht, was ich mehrdavon sagen soll, da es zudem immer höherausgenommen wird, als ichs meyne, oderdenke, daß ich mich befinde.

Ich bitte, die beiden Brüder, P. und C.wie auch des ersteren Hausfrau gar herzlichmeinetwegen zu grüßen. DieLiebeJEsu breitestch immer mehr aus, auch in ihrem Grunde,damit sie auch meiner in derselben siäts zumBeßten gedenken mögen! Ja, diese Liebeüberschwemme alles Eigene in uns; sie durch-dringe und belebe unseren Grund und alleKräfte, damit wir süße Liebesfrüchte brin-genmögen, zur Verherrlichung unsers mäch-tigen Erlösers! Aus dieser göttlichen Liebeallein muß alles wahre Leben in uns kommen;sie ist die Gebärerin» aller reinen Tugenden;nichts gilt vor GOtt, was durch sie nicht bele-bet wird. Darum so laßet uns in sie einkeh-ren,

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