Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
149
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II. Theil. 46ster Brief.

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da weiß, daß man zur Zeit der göttlichenHeimsuchung, oder der inneren Sammlungjm Lichte der Gnaden stehet; zur Zeit derAuskehr aber im Licht der Natur wandelt,welches die Finsterniß selbst ist. Laster unskeinem Lichte trauen, das uns, zur Zeitder Auskehr, vorleuchten will!

In Ansehung deiner besonderen Uebungensey auch nicht unbeständig; bleibe nur bei derOrdnung, wie du ste in deinem Schreibenanführest. Gib der Natur Unlust und derSinnen Unbändigkeit nicht zu viel nach,welche unter scheinbarem Vorwand so leichtdie Zeiten der besonderen Einkehr versäumenoder verkürzen wollen. Trachte aber auchalles, und sonderlich die Gebcthsübung, soviel möglich, ohne innerlichen Zwang, mitherzlicher Liebe und Geneigtheit, zu verrichten.Von Außen eng ; von Innen weit, ist meinealte Regel.

Ich meyne nicht, daß es nöthig seynwird, zu erinneren, daß deine gewöhnlicheLesungen innig, oder doch von solcher Ma-terie seyn müßen, daß du beim Gebrauch der-selben nicht weit aus dem Wege treten darfst.Der Geschmack des Gemürhs wird selberdarin zur Regel dienen können. GOtt er-füllein dir auch seine theure Verheißung, undlocke dich immer gründlicher aus dir selbst undallem Geschaffenen! Er führe dich ein in diesüße Wüste der inneren Einsamkeit, und redeallda freundlich zu deiner Seele. SieheK; Hof.