Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
133
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II. Theil. 4ister Brief.

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Leiden mit allen desten Verdrießlichkeiten undgefährlich scheinenden Umständen, dessenUnerträglichkeit und Langwierigkeit, gleich alsauf einmal, aufs empfindlichste und lebhaf-teste vor Augen kommt; wodurch dann dieNoch und Bedrangniß im höchsten Gradanwachset, so daß es scheint, man könne esnicht mehr tragen. Dieß ist dann etwas,das vom HErrn kommt, und wogegen sichdeßwegen die Seele auch leidentlich verhaltenmuß. Ja, wenn das Leiden dergestalt inseiner größten Heftigkeit ist, und die armeSeele in der Enge stehet, eben dann kann diealleredelste und gründlichste Uebergebung sei-ner selbst geübet werden, wenn sich nämlichdie Seele eben dann in der tiefsten Gelaßen-heit im Tod ersenket, und in das freieWohlgefallen GOtres sich auf ewig crgieber,welches eben der Weg zur Ruhe ist: wennwir nämlich uns selbst verlaßen, und unsGOtt überlaßen, der die einige Ruhe unsersGeistes ist.

Er selbst, der HErr, der treue Führerdeiner Seele, wird wohl einen Weg finden,dich aus dir selbst in sich zu führen, durchden Tod in das ewige Leben; durch dieEnge in eine unermeßliche Weite; aus demjämmerlichen Gefängniß in die vergnügtesteFreiheit des Geistes. Laß den HErrn nurmachen; er wird sein Werk schon ausfüh-ren. Laß auch die Feinde nur machen, undachte ihr Toben nicht; ohne GOttes Zu-I z laßung