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Geistliche Briefe.
tiger und nothwendiger Grund aller Heiligkeit.Nur mußt du dich hüten, daß du nicht zusehr darüber niedergeschlagen oder beunruhigetwirst, wann du dergleichen Unlauterkeiten indir vermerkest, sondern, mir einem kindlichliebreichen und demürhigen Zukehr zu G(vktin deinem Herzen, solches Elend, ohne allzu-große Beweglichkeit, dem HErrn bekennen,und so dann deinen Herzensgrund in allerEinfalt vor GOttes allsehendes Licht bloßlegen, und einige Zeit in möglichster Stillebloß gelegt halten, erwartend, daß GOttdie verborgene Unlauterkeiten anzeigen, undauch wegnehmen möge. Diese einfältigeUebungwird dir, unter GOttes Segen, großenNutzen bringen. Du mußt dich aber sowohlin dieser Uebung, als auch in deinem ganzenWandel, gar sanfte, kindlich, herzlich undzu GOtt vertraulich zu halten trachten.
Eben so mach' es auch, wann du etwaandere von deinen Fehlern und Unlauterkeitengewahr wirst, es sey einige Selbstliebe, Ei-gengesuch , Eigenwillen, Lust zur Kreatur;oder dieRegungen einiger Affekten; oder wanndu etwa in Zerstreuung gerathen bist. Kehredich nur immer, mir völligem willen, demü-thig und sanfte davon ab, und mit Vertrauenwieder zu GOtt, in aufrichtigem Sinn, umnimmer wieder untreu zu werden, oder einigeUnlauterkeit zu lieben: und wenn es auchtausendmal auf einen Tag so geschähe, somach' es nur immer wieder so, bis du endlich
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