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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
32
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Geistliche Briefe.

greifen, was es will; es bleibet doch arm beiallem Ueberfiuß, so lang es JEsum nicht hat;cs mag in seiner gegenwärtigen Unruhe vonlauter künftigen Seligkeiten träumen, undsich in den größten zu hoffenden Vergnü-gungen kitzeln wollen; alles Geschaffene ist dochzu dürftig und zu hinfällig, einen ewigen Geistzu befriedigen; die verdeckte Unzufriedenheit,Furcht und Nagen bleibet. Und wenn derGeist bis zum Ende der Welt lief, er wirddiesem doch nicht entlaufen, als auf dem einenWege, da er bußfertig zu IEsu läuft, unddurch Herzensglauben und Gebeth, in des-sen Blut die Vergebung seiner Sünden, unddurch dessen Geist und Gnade die Erlösungvon der Herrschaft der Sünde, und mit-hin eine wahre Gemeinschaft mit dem ewig-bleibenden Heilande findet. Könnte ein welt-liebendes Herz die Seligkeiten nur auf einViertelstündchen sehen, die sodann der ärmsteSünder bei und in IEsu anträfe, es würdekeinen Treiber oder Sporn nöthig haben,um alle zeitliche und betrügliche Ergötzlichkei-ten der Sünde zu quittiren, und sich mitwilligstem Herzen in die Arme dieses IEsu,dieses Sünderfreunds einzuwerfen. Und waswirds nicht werden in Ewigkeit! Die blin-de Welt denkt:es sey nur Phantasie,und süße Träume, womit sich elende undniedrige Herzen abspeiseten; für edle Ge-mülher schickten sich so geistliche Dinge nicht,die hätten wichtige Geschäffte, und wesent-liche

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