Der 9te Brief.
Unterricht in Kreuz und Leiden.
N. N.
^ure werthe Brieflein habe mit der Feder^ nicht eher beantworten können. Ihr kön-net leicht denken, daß ich selbige nicht in allenStücken angenehm nennen kann: doch Kreuznnd Leiden gehöret mit zum Wege. Wirdürfens nicht auswählen , sondern müßensaus uns nehmen, sagt JEsus, wie wirsvor unfern Füßen finden. Er kennt ambeßten, welche Pflaster für unsere Wundendienlich sind; die am meisten schmerzen sind oftdie dienlichste.
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Gewiß ist der HErr zu unserem Beßtengenöthiget, die Kreatur und dieses Leben mit iBitterkeiten zu überdecken. Auch das Ange- .nehmste in diesem Leben, und das Liebste in ^ !der Kreatur muß mit einer heilsamen Bitter- ; ,keit vermischet werden, damit wir nicht zustark drauf fallen , sondern alles in ruhiger' ^Temperatur und Abgeschiedenheit bleibe. D,,Nichts ist nöthiger zur Zeit der Proben undLeiden als Gebet!) und Einkehr. Lebt man rtzzu viel und zu lang in den Sinnen und inder Natur, da stehet man alles unrecht an;
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