8 Geistliche Briefe.
faltigkeit und Aufenthalt liebet, und beßtmög«lieh übet, und gleichsam geizig seyd, fortzu-gehen in die Entblößung von allem, wasGHttnicht ist, solches ist mir lieb. Was ihr sonstvon eurem Verhalten meldet, kann ich nichtanders, als gut heißen. Die gründliche Ver-laßung und Ausgang aus uns selbst mäßenwir allerdings erwarten von der Hand undWirkung GOttes, und inzwischen mit De-muth und Ruhe unsere Gebrechen tragen;aber auch, indem wir uns selbst und unsereGebrechen tragen, und in den Gelegenheitenfühlen, uns sanfte damit fallen laßen in IE-sum, so werden sie verschwinden, und wir all-gemach bereitet zu einem völligem Verlaßenunserer selbst, da JEsus unser Leben wirb.
Es ist gut, daß ihr wegen Mangel derEmpfindlichkeit, oder wirksamen Vermögenseinträchtig in der Gebethsübung fortfqhret.Es ist wenig daran gelegen, ob wir so öderanders sind, wenn wir nur die Dürre oderDunkelheiten nicht wissenrlich verursachen.Die wahre Liebe schmieget sich nach des Ge-liebten Willen; sie machts kindlich hin, wiesie kann, und wills gern gut machen; sie den-ket nicht, oder doch wenig daran, wie es ihrist, weil all ihr Vergnügen in dem Vergnü-gen ihres Geliebten stehet.
Liebet doch, um JEsu willen, die äußere undkleine Gelegenheiten zur Absterbung. Nehmetalles aus GDttes Hand! Wir können uns
nirgend