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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
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454
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454 Zeugniß der Wahrheit

gleichen schädlichen Gründen entfernet gewe-sen. Da wir doch bei dem ersteren Zeugniß Hmit gestehen, daß es mit einer Seele, durch -7göttliche Führung, wohl dahin kommen könne,daß sie diese oder jene tugendhafte Verrichttungen oder Pflichten, die sie vorhin aus- Egeübet haben möchte, für die Zeit zu verrich- ^'ten unvermögend gemacht werde; nicht aber,daß sie entgegen stehende Untugenden und Laster 'sollte begehen und begehen mäßen. K"!

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38. Uebrigens aber, wenn es der Weis- Mheit GOttes gefällt, eine Seele auch in denAugen anderer Menschen zu vernichtigen; so ^weiß sie so viele Mittel, der Seele allen in die ^Augen laufenden Zierrath zu entnehmen, oder ^zuzulaßen, daß selbst ihre Tugenden für Feh- ^ler und Sünden, und ihr Fortgang für Träg- ^heit, Rückgang, und Jrrthum angesehenund verurtheilet wird, nicht allein von derWelt, sondern auch von den Frommen, undmanchmal von ihr selbst zugleich; welches ohne ^ !einige Erfahrung nicht zu glauben ist , was es "der Seele für ein schmerzliches Leiden ver- 7."ursachet. Nichts desto weniger aber hält '7^GOtt sie mit verborgenen Händen, daß das . 7 ",Gute in ihrem Grunde ungekränkt bleibt, 7^und sie durch sonderbare ausbrechende Sün- ^denfälle ihn nicht beleidiget, ob sie gleich an » 5 "'ihrer Seite, wegen Beraubung aller empfind-liehen Kraft und Stützen, alle Augenblicke zufallen meyner.

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