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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
418
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4iZ Geistliche Briefe.

deinem Stande Vorgehen; und daß ebendeine so schmerzliche und sündlich-scheinende DLeiden das dienlichste Mittel seyen, dich zuheiligen, u. dgl.

Immer gehest du aber wieder in dich selbstein, in dein eigenes Ueberlegen, Sorgen,Zweifeln und Verzweifeln. Du willst es Nbegreifen, fühlen und sehen, daß es GOtt klchgut macht, und dich recht führet. Du willstGewißheit, und immer wieder Gewißheit «jshaben: das ist ja nicht gemäß deinem Berufzum unschuldigen Kinderwesen, wovon dudie liebliche Blühte, aber noch nicht die be-ständige Frucht an dir erfahren hast, welche Wausgeboren wird unterm Kreuz, wenn du ^dich selbst, in heiliger Dummheit, vergessen .und verlieren lernest, und in GOtt überlaßen ^bleibest, ohne besondere Gewißheit zu be- se>gehren. ^

Die Heftigkeit deiner Natur macht, daßdu stäts von einem Aeußersten ins andere ge-räthst, und verrückt dich, unterm beßtenSchein, oft zu viel in die Sinnlichkeit. Ichbitte es vom HErrn, daß er dir gebe, sowohlalle Leiden, als alle Erleichterungen, oderFreuden, in einem gleichmüthigen, sanften,friedsamen Kindersinn vor ihm zu tragen,allein darin beruhend, und dich ruhigerfreuend,daß GOtt ist, der er ist, und daß ers somacht, wie ers macht, ohne es insbesonderezu wollen fassen und untersuchen; so wird seine

Treue