Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
365
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I. Theil. l28ster Brief.

dann, Wie daß die theure Gnade noch an-hält, dich zu reizen zum göttlichen Wandel,und zur immer völliger» Uebergabe an seinegöttliche Majestät. Siede doch, wie getreuist GOtt! Und wie so wenig Grund hat devUnglaube, wenn er das Gemüth niederschla-genwill!

Auf diesen heiligen Beruf GOttes Achtzu geben, und in alle dessen Anfoderungenso innig und liebreich einzuwilligen im Ver-borgenen, ohne einige Unruh oder Verkehrt-heit deines äußeren Theils hinein zu laßen:das ist die Art und Weise, wie du dich ge-gen denselben zu verhalten hast, damit deinganzes Herz, und dein ganzer Wille endlichein Gefangener des HErrn werden möge;und o! wie frei und glückselig wirst du als-dann seyn!

Deine Versuchungen anlangend, so thustdu wohl daran, daß du mir selbige so fort ent-deckest. Ich sage es niemanden, als nur demHErrn wieder, was man mir in dergleichenUmständen anvertrauet. Die Einfalt, seineVersuchungen, Sünden und Fehler alsbaldZusagen, ist schon die halbe Genesung. Wirwollens GOtt vortragen; der Feind wird indiesem Stück nichts gewinnen. An deinerSeite ist dieß mein Rath: Zu solchen Versu-chungen muß man allen Anlaß weislich ab-schneiden. Wenn ein Einfall oder Gedankekommt, muß man ibn trachten NL. zu ver-gessen;