z;r Geistliche Briefe.
Verlangen immer was subtil-Eigenes mit i>^untermischen will, und weil auch die Gnade Eallein dieses Verlangen ins Werk richten,und erfüllen muß; deßwegen ist es, daß man ^sich mit diesem guten Verlangen wieder in MGOtt ersenken muß, und eben so werden, Vals wenn man, wie du sprichst, keinen Wil- Olen oder Verlangen hätte, als nach GOt- B!tes Wohlgefallen. Hiedurch aber wird ei- ^gemlich das Verlangen nicht weggenommen,sondern nur gereinigt.
Was anlanget die Süßigkeiten, die du ^selbst in deinem Munde, empfindest, selbige lnu.muß man eben nicht begehren, wenn mansienicht hat; wenn sie aber GOtt gibt, so muß ch:man sie mit Demuth und Dankbarkeit demHErrn wieder aufopferen, und am meistensehen, was für Früchte es in uns wirket:zur Verachtung unserer selbst; zur Liebe ^GOttes; und zum abgeschiedenen Wandel §in seiner Gegenwart. GOtt sey für alles §allein gelobet! z>
Laß es dir, geliebter Bruder! nun tiefeindrücken, daß GOtt bei dir, und in dir G,gegenwärtig sey; daß er sey ein GOtt derLiebe, der nichts hasset, als Sünde und KjEigenheit, damit du es immerdar glauben ^mögest, auch wenn du es nicht seben, oderfühlen solltest: denn hier ist die Zeit desLeidens und Sterbens für uns; in der Ewig- Zkeit werden wir seiner vollkommen genießen, dW,nach seiner Barmherzigkeit; GOtt aber ken- M
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