I. Theil. H2terBrief. zi?
Äs: Du schreibst von mancherlei inneren und
dilk äußeren Anfechtungen; weil du aber nichtssonderliches meldest, so kann ich auch nurinsgemein darauf antworten: wie daß nämlichunsere Verdorbenheiten auch mancherlei sind,Mi die uns eben in und durch mancherlei An-fechtungen, Proben und Leiden entdeckt undAi weggenommen werden mäßen. Man merkenur darauf, wann uns einige Anfechtung vonwich Innen oder von Außen begegnet, ob nichtum eben dadurch auch eine gewisse Verdorbenheitin uns angerasiet wird; und das macht manch-«ch mal der armen Natur solche Noch und Un-Hn>,. ruhe, daß man daher an den herrlichen Nutzen,nach GOttes Endzweck, wenig gedenket:Hieher gehöret der Spruch Jac. i, 2. z. und4. Sonst aber sind wir auch oft von unsererm« Seite Schuld daran, daß wir in gefährlichel- Versuchungen gerathen; wenn wir nämlichunserer Sinne, Gedanken, und unseresHerzens nicht genug wahrnehmen, und nichttreu sind in der Uebung des Gebeths, nach. der Gnade, die GOtt darreicht; wiederHei-s> land warnet: wacher und berher, daß ihr, nicht in Anfechtung fallet!
. Ms Mangel dieser Wachtsamkeit den Tag^ über, geräthst du in allerhand Uebereilungenund Fehler, und nimmst vieles in dein Herzein, das nicht drein gehöret; daraus kommt. Störung; aus der Störung Verdrießlich-es keit, Dunkelheit, u.s.w. Da ists denn nun' kein Wunder, daß du, sonderlich des Abends,L» ziem-