Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
308
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zsz Geistliche Briefe.

-u nicht in uns, und wir in dir leben;nimm uns ein, und verschlinge uns innig-lich in dich, damit du uns verwandten,und aus Rindern des Zorns zu Rinderndeiner Liede machen mögest! Amen.

Ach, liebe Schwester! verlieret und ver-gesset euch selbst doch mehr, eben als wennihr nicht mehr wäret, so wird euch geholfenwerden. Nehmer euchs auch nicht so zu Her-zen, was euch von Außen begegnet; sehetalles und alle mit einem Auge der Unschuldund herzlichen Liebe an! Vielleicht gehet ihrbald von hinnen; darum laßet nichts als Liebeein, gegen GOtt, gegen Freunde und Feinde.Nehmet euch deß nicht an, wenn die Affectensich regen und schlagen. Weil ihr euch zusolcher Zeit nicht stäts inwendig leidentlichhaltet, darum begehet ihr so manchen Fehler.Wenn sich unsere böse Nachbarn zanken, mußman die Thüren nur zuhalten, wenn man inRuhe bleiben will.

Die bewußte Person traget, so gut ihrkönnt, in Geduld. Wider Willen eures Man-nes müßt ihr sie nicht wegthun, ja auch nichtdavon sagen, bis daß die Vorsehung euch einebessere an Hand gibt, die ihr anstatt jenerbekommen könnt. Opfert euch selbst demHErrn auf in allen Gelegenheiten!

PA

Dieses Hab ich, nach der Neigung meinesGemüths, so in Einfalt geschrieben. Der HErr

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