254 Geistliche Briefe.
Doch, damit ich auch nicht scheine, mit ^euch zanken zu wollen, so komme ich auf eu- LAren Brief. Könntet ihr diese wenige Wortenur fassen und üben, so würde alles schon gut , Agehen, nämlich: Glaubet, daß ihr vollerSünde sepd; liebet aber die Sünde nicht;störer euch nicht über die Sünde; denket ^ ^auch nicht an die Sünde, so werdet ihr ^bald heilig seyn, und Ruhe finden füreure Seele. Es sind noch weit mehr Sün- iihWden in euch, als ihr wisset. Ja, wenn euch MGOtt nicht durch seine Gnade bewirket, so Wwerdet ihr nichts thun, als immer sündigen.Wir bilven uns ein, daß wir solches wohl tr«glauben; aber alles beweiset das Gegentheil. ÄUWoher kommt es sonst, daß wir so ganz V«bestürzt und verschlagen stehen, wann wir feh- dikikilen, oder sonderlich, wann der HErr uns sLunsere Sür-.dlichkeit schmerzlich fühlen, und Ar!als mit Händen tasten läßt? als weil wir nichtgeglauber, dieß und jenes noch an uns zu Ackhaben; weil wir meynten, schon weiter gekom- ikimNmen zu seyn. Oder aber, weil wir vieles als ichtzjTugenden ansahen, was uns der HErr als- Wdann als Eigenheit und Unlauterkeit vor Augen Ruchstellet. Alle unsere Wirkungen, in soweit sie ik,unser sind, sind unrein, auch wann sie auf itn,was Gutes zielen. Wer das recht glaubte, L jder würde gewiß lernen von seinem Thun ab-stehen, und dem HEern fich laßen ganz und «ich,gar nur allen rechten Christen, und so demü-thig werden bei ihm selber, daß er sich alles h,.
Guten