Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
244
Einzelbild herunterladen
 

244 Geistliche Briefe. ,

Siehe, lieber Bruder! dieses ist es, wasmein Herz wünschet, und wohin ich, ob-wohl in vieler Schwachheit, mich aussirecke. irßl«

Du schreibest an Bruder H., daß dunicht wüßtest, wo ich sey? Nun aber wirst Mdu hieraus leicht können sehen, daß ich durchdie Bewahrung GOttes bis hierzu noch auf I«der Reise nach der stillen Ewigkeit bin, wo- Z ßhin ich noch in der Zeit zu gelangen hoffe.Gleichwie man aber auf dem großen Welt- ^meer, wenn bei ungestümem Wetter weder »MSonne noch Gestirn erscheinet, nicht wissenkann, wo man ist; eben so wenig kann ich es ^dir auch so eigentlich sagen. Ich wollte es ^wohl oft selbst so gerne wissen; hoffe aber, ^mein ZEsus wud am Ruder sitzen, und sein ^Geist werde mein Schifflem treiben. Weil ichnein dem Winde nicht entgegen rudern willnoch kann; so geb ich demselben, mit Paulound seinen Gefährten Actor. 27, 15. meinSchifflem hin; wenn ich nur zusehe, daß ich yiauf keiner Sandbank der Eigenheit sitzenbleibe, dann mag es gehen, wie es will;leide ich dann auch schon Schiffbruch, so wird ,,es nur in dem Meer der GOttheit seyn, dessen ,,Abgrund mir so gut ist, als der beßte Hafen. ^Aber, lieber Bruder! wie schwerlich will die ,Natur hier an, es so bloß ohne einige Gewiß- ^heit zu wagen, und einen so heldenmüthigenAusgang aus uns selbst zu thun! Wären wir ^aber weise, und verlören uns selber fein bald ^und gründlich, mit zugeschlossenen Augen;