Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
231
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^ Der 85ste Brief.

Von der mitleidigen Liebe IEsu im Kreuz, unddessen Nutzen.

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Herzlich geliebte Schwester!

ie schwach ich auch bin, so muß ich doch' mit dieser bequemen Gelegenheit auchnoch eigenhändig grüßen. Ich begehre solcheszu thun in dem Namen IEsu Christi, derdich segnen, und zu deiner Seele sagen wolle:Friede sep mir dir! Ich vernehme, und sehees aus deines Vetters Brief, daß der HErrdich noch immer im Schmelztiegel halt:solches sehe ich zwar eines Theils mit brüder-lichem Mirleiden und angelegentlicher Fürbittean, denke aber dabei: wie groß und wie zartmuß nicht das Mirleiden seyn, mit welchemder liebste Heiland JEsus die Schwester aufihrem Leidensbette ansiehet, eben indem er ihrselbst den Leidenskelch darreichet! Wüßte der-selbe nicht, daß es ihr so unumgänglich nöthigund heilsam sey, diesen Leidensweg durch-zugehen, sein liebendes Herz könnte das nichtausstehen; er würde bald sagen: Es istgenug. Und könnte die liebe Schwester ihreLeiden also ansehen, sie würde dem Davidmit getrostem Muth den n6ten Psalm, oderwenigstens den izten Vers dieses PsalmsP 4 nach-