Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

2l6

Geistliche Briefe.

Wenn du dich des Morgens GOtt über-geben, und einen guten Vorsatz genommenhast, so mußt du nicht denken: Nun sey deinGOttesdienst aus, und du wollest nun andein Hausgeschässte gehen, und dich mit dei-ner Andacht auf äußere Dinge wenden. Ach!dann ist es kein Wunder, daß du von GOttverfremdet, und in allerhand Zerstreuungengezogen wirst. Soll es Bestand mit unseremguten Vorsatz haben, so mäßen wir fein lernenbei GOtt, und in GOtt, bleiben, undtrachten, die Andacht zu bewahren, die wirim Gebeth etwa gehabt haben; denn in GOttist unsere Starke.

Und durch dieses Nahebleiben bei GOtt indeinem Herzen mußt du dich bewahren laßen,vor allem unnöthigen Sehen, Hören undReden. Weißst du nicht, daß du ganz GOttzugehörest? Du darfst nichtein Wort reden,oder du mußt gleichsam GOtt ansehen, oberes auch haben wolle? weil du noch so schwachbist. Hüte dich, daß du von äußeren Dingennur das Nöthige redest, die Menschen mögendenken was sie wollen.

Daß sich so viel Verdorbenheiten in dieHervorthun, wundert mich nicht, und es darfdich auch nicht wunderen. Es sind der Greuelnoch weit mehr in uns, die wir noch nicht ken-nen, und es ist GOttes Gnade, wenn wirunsere Eigenheiten recht einsehen lernen. Nurdas ist nicht gut, wenn du bei dem Gesichtdeiner Elenden immer stehen bleibest, und dich

da-

M

>W,>

W jiWemHWWaaals Mi

MU

Ü!M

illsillkkl