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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
206
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206 Geistliche Briefe.

ihn beäuget! Wie so wenig ist daran gelegen,ob wir die 2 L z Tage unserer Fremdling-schaft arm oder reich, in Freuden oder Leiden, ^ ,auch nach dem Inneren, zubringen, wenn ^wir nur unfern GOtt vergnügen in Christo!Was ist an uns selbst gelegen? In GOtt istnnsere ganze und vollkommene Seligkeit. Könn-ten wir uns nur vergessen und verlaßen, un- E«serm GOtt uns preis geben, und ihn mit uns ^machen laßen, um ihn nur anzusehen, uns mit ^ ^ihn: zu beschäfftigen, und in ihm alles das zu Msuchen und zu laßen, was wir in uns selbst Mnicht haben noch bewahren können, so wären ßWunsere Bande bald gebrochen. m ^

Ich kann sagen, daß mir des werthen Bru- lchnders Brieflein zur Erquickung in meiner Krank-heit gewesen, wie kläglich sie auch dero eigenenGemüthszustand beschreiben. Meine auf-«;»rrichtige Liebe und Freundschaft, oder Gemein-schaft im Geist ist zwar jederzeit unverrückt ge- Hkblieben. Ich habe ihrer öfters vor GOtt in Wmeinem armen Gebet!) gedacht, auch nie dar- chÄ«an zweiflen können, der HErr werde ihreSeele nicht laßen, sondern aus GOttes Macht Mwürden sie durch den Glauben zur Seligkeitbewahret bleiben; weil ich erkannt habe, was ch,Er, der HErr an ihrer Seelegethan hat. Den- ktrchnoch muß ich gestehen, es war die alte Liebe ^was in den Schlas gekommen; ihr Brieflein iGaber hat die Liebe wieder aufgewecket,ja ich fin-de, daß mehr Liebe im Grund ist, als ich genieß »hlHnet hätte. Durch diese Liebe kann ich von Her- ^

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