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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
77
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I.THeil. 2;ster Brief.

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nun zu vermeiden, geliebte Schwester! müssenwir uns nicht auf der andern Seite vermanch-faltigen und zerstreuen durch eigenes Wir-ken , ängstliches Sorgen, Furcht oder Trau-ren, wodurch wir noch tiefer würden hineingerathen in eben das, was wir vermei-den wollten: sondern wir müssen zwar gründ-lich, aber nicht weniger ftiedsam, und mitvieler Geduld uns von allem, was unlau-ter ist, abneigen, und NL. das allemal miteiner vertraulichen Zukehr zu GOtt imGrunde.

Dieses letztere wohl zu verstehen und zuüben, so musst du dich, geliebte Schwester!erinnern, wie daß wir zweierlei Art Ge-danken in uns haben: Gedanken des

Haupts, und Gedanken des Herzens. Dieerstere Art haben wir bei unseren Geschafften,die letztere sind nicht dabei vonnöthen; dieerster^ schweben im Kopf herum, und sindnicht allezeit in unserer Macht, die letzteresind tiefer im Grunde; sie sind, wo unserSchatz, wo unser Herz ist; diese müssenganz für GOtt seyn. Nun, meyne ich, istes ein schönes Kunststück der Gnade, undein schönes leichtes Mittel wider alle Zer-streuungen, wenn man, sonderlich zur Zeitdes Gebeths, die Gedanken des Kopfs trach-tet da zu laßen, und sowenig, als möglichist, draufmerket, sich aber unvermerkt hält,und sanfte kehret zu den innigen Gedankendes Herzens, und mir denselben sich stille

vor