Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
249
Einzelbild herunterladen
 

f"

2ffs)

S o m m e r.

iy.

Grausam erweiset sich Amor an mir! O, spielet, ihr M sen,Mit den Schmerzen, die er, spielend, im Busen erregt!

20 .

Mannscrkpte besitz' ich, wie kein Gelehrter ncch König;

Denn mein Liebchen, sie schreibt, was ich ihr dichtete, mir.

21.

Wie im Winter die Saat nur langsam keimet, im SommerLebhaft treibet und reift, so war die Steigung zu dir.

22 .

Immer war mir das Feld und der Wald, und der Fels und

die Garcen

Nur ein Raum, und du machst sie. Gesiebte, zum Ort.

2Z.

Kaum und Zeit, ich empfind' es, sind bloße Formen des An-

schauns,

Da das Eckchen mit dir, Liebchen, unendlich mir scheint.

24.

Sorge! sie steiget mit dir zu Roß, sie steiget zu Schiffe;

Viel zudringlicher noch packet sich Amor uns auf.

2Z.

Neigung besiegen ist schwer; gesellet sich aber Gewohnheit,Wurzelnd, allmählig zu ihr, unüberwindlich ist sie.

.

Welche Schrift ich zwey-, ja dreyma! hinter einanderLese? Das herzliche Blatt, das die Geliebte mir schreibt.

27.

Sie entzückt mich, und täuschet vielleicht. O, Dichter undSänger,

Mimen! lerntet ihr doch meiner Geliebten was ab!