Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
223
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22Z

ZI.

Das ist dein eigenes Kind nicht, worauf du bettelst, und

rührst mich;

O, wie rührt mich erst die, die mir mein eigenes bringt!

32 . .

Warum leckst du dein Mäulchen, indem du mir eilig begegnest?Wohl, dein Züngelchen sagt mir, wie gesprächig es sey.

3Z.

Sämmtliche Künste lernt und treibet der Deutsche; zu jederZeigt er ein schönes Talent, wenn er sie ernstlich ergreift.Eine Kunst nur treibt er, und will sie nicht lernen, die Dichtkunst.Darum pfuscht er auch so; Freunde, wir haben's erlebt.

34-

Lft erklärt ihr euch als Freunde des Dichters, ihr Götter!

Gebtihm auch, was er bedarf! Mäßiges braucht er, doch viel:Erstlich freundliche Wohnung, dann leidlich zu essen, zu trinkenGut; der Deutsche versteht sich auf den Nektar, wie ihr.Dann geziemende Kleidung und Freunde, vertraulich zu

schwatzen;

Dann ein Liebchen des Nachts, das ihn von Herzen begehrt.Diese fünf natürlichen Dinge verlang' ich vor Allem.

Gebet mir ferner dazu Sprachen, die alten und neu'n,

Daß ich der Völker Gewerb' und ihre Geschichten vernehme;

Gebt mir ein reines Gefühl, was sie in Künsten gethan.Ansehn gebt mir im Volke, verschafft bey Mächtigen Einfluß ,Oder was sonst noch bequem unter den Menschen erscheint;Gut schon dank' ich euch, Götter; ihr habt den glücklich-sten Menschen

Chstens fertig: denn ihr gönntet das Meiste mir schon.

34- b)

Klein ist unter den Fürsten Germaniens sreylich der meine;

Kurz und schmal ist sein Land, mäßig nur, was er vermag.Aber so wende nach innen, so wende nach außen die KräfteJeder; da wär's ein Fest, Deutscher mit Deutschen zu sepn.