Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
219
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2 ly

8.

Diese Gondel verglich ich der sanft einschaukelnden Wiege,Und das Kästchen darauf scheint ein geräumiger Sarg.

Recht so! Zwischen der Wieg'und dem Sarg wirschwanken

und schweben

Auf dem großen Kanal sorglos durch's Leben dahin.

9 .

Feyerlich sehn wir neben dem Doge den Nuntius gehen;

Sie begraben den Herrn, einer versiegelt den Stein,as der Doge sich denkt, ich weiß es nicht; aber der AndreLächelt über den Ernst dieses Gepränges gewiß.

io.

Warum treibt sich das Volk so, und schreit? Cs will sich ernähren,Kinder zeugen, und die nähren, so gut es vermag.

Merke dir, Reisender, das, und thue zu Hanse desgleichen!Weiter bringt es kein Mensch, stell' er sich, wie er auch will.

n.

Wie sie klingeln, die Pfaffen! Wie angelegen sie's machen,Daß man komme, nur ja plappre, wie gestern so heut!Scheltet mir nicht die Pfaffen; sie kennen des Menschen Be^

dürfniß!

Denn wie ist er beglückt, plappert er morgen wie heut!

12 .

Mache der Schwärmer sich Schüler, wie Sand am Meere -

der Sand ist

Sand, die Perle sey mein, du, o vernünftiger Freund!

IZ.

Süß den sprossenden Klee mit weichlichen Füßen im Frühling,Und die Wolle des Lamms tasten mit zärtlicher Hand;

Süß voll Blüthen zu sehn die neulebendigcn Zweige,

Dann das grünende Laub locken mit sehnendem Blick.

Aber süßer, mit Blumen dem Busen der Schäferin» schmeicheln;Und dies vielfache Glück läßt mich entbehren der Map.