Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
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217
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217

I.

Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leden.

Faunen ranzen umher, mit der Bacchantinnen ChorMachen sie bunte Reihe; der ziegengefüßete PausbackZwingt den heiseren Ton wild aus dem schmetternden Horn.Cpmbeln, Trommeln erklingen; wir sehen und hören den

Marmor.

Flatternde Vögel! wie schmeckt herrlich dem Schnabel dieFrucht!

Euch verscheuchet kein Lärm, noch weniger scheucht er den

Amor,

Der in dem bunten Gewühl erst sich der Fackel erfreut.

So überwältiget Fülle den Tod; und die Asche da drinnenScheint, im stillen Bezirk, noch sich des Lebens zu sreun.Sv umgebe denn spät den Sarkophagen des DichtersDiese Nolle, von ihm reichlich mit Leben geschmückt.

2 .

Kaum an dem blaueren Himmel erblickt' ich die glänzende

Sonne,

Reich, vom Felsen herab, Cpheu zu Kränzen geschmückt.Sah den emsigen Winzer die Rebe der Pappel verbinden,Ueber die Wiege Virgils kam mir ein laulicher Wind:

Da gesellten die Musen sich gleich zum Freunde*"wir pflogenAbgeriss'nes Gespräch, wie es den Wanderer freut.

Z.

Immer halt' ich die Liebste begierig im Arme geschlossen.Immer drängt sich mein Herz fest an den Busen ihr an,Immer lehnet mein Haupt an ihren Knieen, ich blickeNach dem lieblichen Mund, ihr »ach den Augen hinauf.Weichling! schölte mich Einer, und so verbringst du die Tage?

Ach, ich verbringe sie schlimm! Höre nur, wie mir geschieht:Leider wend' ich den Rücken der einzigen Freude des Lebens;

Schon den zwanzigsten Tag schleppt mich der Wagen dahin.Vetturine trotzen mir nun, es schmeichelt der Kämm'rer,

Und der Bediente vom Platz sinnet auf Lügen und Trug.

Geethe'S Gedichte.