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1 (1815)
Entstehung
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210
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Reden schwanken so leicht herüber hinüber, wenn VieleSprechen und Jeder nur sich im eigenen Worte, sogar auchNur sich selbst im Worte vernimmt, das der Andere sagte.Mir den Büchern ist es nicht anders. Lieft doch nur JederAus dem Buch sich heraus, und ist er gewaltig, so lieft erIn das Buck, sich hinein, amalgamirt sich das Fremde.

Ganz vergebens strebst du daher durch Schriften des MenschenSchon entschiedenen Hang und seine Neigung zu wenden;

Aber bestärken kannst du ihn wohl in seiner Gesinnung,

Oder war' er noch neu, in Dieses ihn tauchen und Jenes.

Sag' ich, wie ich es denke, so scheint durchaus mir, esbildet

Nur das Leben den Mann und wenig bedeuten die Worte.Denn zwar hören wir gern, was unsre Meinung bestätigt.Aber das Horen bestimmt nicht die Meinung; was uns zuwiderWäre, glaubten wir wohl dem künstlichen Redner; doch eiletUnser befreptes Gemüth, gewohnte Bahnen zu suchen.

Sollen wir freudig horchen und willig gehorchen, so mußt duSchmeicheln. Sprichst du zum Volke, zu Fürsten und Köni-gen, Allen

Magst du Geschichten erzählen, worin als wirklich erscheinet.Was sie wünschen, und was sie selber zu leben begehrten.

Wäre Homer von Allen gehört, von Allen gelesen.Schmeichelt' er nickt dem Geiste sich ein, cs sey auch der Hörer,Wer er sev, und klinget nicht immer im hohen Pallaste,

In des Königes Zelt, die Ilias herrlich dem Helden?

Hört nicht aber dagegen Ulyssens wandernde KlugheitAuf dem Markte sich besser, da wo sich der Bürger versammelt?Dort sieht jeglicher Held in Helm und Harnisch, es sieht hierSich der Bettler sogar in seinen Lumpen veredelt.

Allo hört' ick einmal, am wohlgepflasterten UferJener Neprnnischen Stadt, allwo man geflügelte LöwenGöttlich verehrt, ein Mährchen erzählen. Im Kreise geschloffen.