Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
197
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Knabe schien ich, ein rührendes Kind, du nanntest mich Arthur,Und belebtest in mir brittisches Dichter- Gebild,

Drohtest mit grimmiger Glnth den armen Augen, und wandtestSelbst den thranenden Blick innig gctäuschct, hinweg.

Ach! da warst du so hold und schütztest ein trauriges Leben,Das die verwegene Flucht endlich dem Knaben entriß.Freundlich faßtest du mich, den Zerschmetterten, trugst michvon dannen,

Und ich heuchelte lang', dir an dem Busen, den Tod.Endlich schlug die Augen ich auf, und sah dich, in ernste,

Stille Betrachtung versenkt, über den Liebling geneigt.Kindlich strebt' ich empor, und küßte die Hände dir dankbar.Reichte, zum reinen Kuß, dir den gefälligen Mund.

Fragte: warum, mein Vater, so ernst? und Hab' ich gefehlet,O! zeige mir an, wie mir das Dessre gelingt.

Keine Mühe verdrießt mich de» dir, und Alles und JedesWiederhol' ich so gern, wenn du mich leitestund lehrst.Aber du fasstest mich stark, und drucktest mich fester im Arme,Und es schauderte mir tief in dem Busen das Herz.

Nein! mein liebliches Kind, so riefst du, Alles und Jedes,Wie du es heute gezeigt, zeig' es auch morgen der Stadt.Rühre sie alle, wie mich du gerührt, und es fließen, zum Beyfall,Dir von dem trockensten Aug' herrliche Thränen herab.Aber am tiefsten trafst du doch mich, den Freund, der imArm dich

Hält, den selber der Schein früherer Leiche geschreckt.

Ach, Natur, wie sicher und groß in Allem erscheinst du!

Himmel und Erde befolgt ewiges, festes Gesetz,

Jahre folgen auf Jahre, dem Frühlinge reichet der Sommer,Und dem reichlichen Herbst traulich der Winter die Hand.Felsen stehen gegründet, es stürzt sich das ewige Wasser.

Aus der bewölkten Kluft, schäumend und brausend hinab.Fichten grünen so fort, und selbst die entlaubten GebüscheHegen, im Winter schon, heimliche Knospen am Zweig.Alles entsteht und vergeht nach Gesetz; doch über des MenschenLeben, den köstlichen Schatz, herrschet ein schwankendesLoos.