Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
132
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IZ2

Der Müllerinn Reue,

Jüngling.

Nur fort, du braune Here, fort!

Aus meinem gereinigten Hause,

Daß ich dich, nach dem ernsten Wort,

Nicht zause!

Was singst du hier für HeucheleyVon Lieb' und stiller Mädchemreu?

Wer mag das Mädchen Horen!

Aigeunerinn.

Ich singe von des Mädchens Reu,

Und langem, heißem Sehnen;

Denn Leichtsinn wandelte sich in TreuUnd Thränen.

Eie fürchtet der Mutter Drohen nicht mehr.Sie fürchtet des Bruders Faust nicht so sehr, ^Als den Haß des herzlich Geliebten.

Jüngling.

Von Eigennutz sing' und von Verrath,

Von Mord und diebischem Rauben;

Man wird dir jede falsche ThalWohl glauben.

Wenn sie Beute vertheilt, Gewand und Gut,Schlimmer als je ihr Zigeuner thut.

Das sind gewohnte Geschichten.

Z i g e u n e r i n n.

Ach! weh! ach weh! Was Hab' ich gethan!Was hilft mir nun das Lauschen!

Ich hör' an meine Kammer heranIhn rauschen.

Da klopfte mir hoch das Herz, ich dacht':

O, hättest du doch die LiebesnachtDer Mutter nicht verrathen!"