Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
130
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Ich las in ihren FenerblickenNicht eine Sylbe von Verraib;

Sie schien mit mir sich zu entzücken.

Und sann auf solche schwarze That!

Könnt' ick in ihren Armen träumen,

Wie meuchlerisch der Busen schlug?

Sie hieß den holden Amor säumen,

Und günstig war er uns genug.

Sich meiner Liehe zu erfreuen!

Der Nackt, die nie ein Ende nahm!

Und erst die Mutter anznsckreien.

Nun eben als der Morgen kam!

Da drang ein Dutzend AnverwandtenHerein, ein wahrer Mensckenstrom;

Da kamen Vettern, kuckten Tanten,

Cs kam ein Bruder und ein Lhm«

Das war ein Toben, war ein Wüthen!Ein jeder schien ein andres Thier.

Die forderten des Mädchens Blüthen,

Mit schrecklichem Geschrei, von mir.Was dringt ihr Alle7"wie von Sinnen,

Aus den unscknld'gen Jüngling ein?

Denn solche Schätze zu gewinnen.

Da muß man viel behender sepn.

Weiß Amor seinem schonen SpieleDoch immer zeitig nachzugehn,

Cr läßt kürwahr nicht in der MühleDie Blumen sechzehn Jahre stehn.

Sie raubten nun das Kleiderbündel,

Und wollte» auch den Mantel noch.

Wie nur so viel verflucht GesindelIm engen Hause sich verkroch!