Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

IOY

Ich singe, wie der Vogel singt.Der in den Zweigen wohnet;

Das Lied, das aus der Kehle dringt.Ist Lohn, der reichlich lohnet.

Doch darf ich bitten, bitt' ich eins:Laß mir den besten Becher WeinsIn purem Golde reichen.

Er setzt' ihn an, er trank ihn aus:O, Trank voll süßer Labe!

O, wohl dem hochbeglückten Haus,

Wo das ist kleine Gabe!

Ergeht's euch wohl, so denkt an mich,Und danket Gott so warm, als ichFür diesen Trunk euch danke.

Das Veilchen.

Ein Veilchen ans der Wiese stand.Gebückt in sich und unbekannt;

Cs war ein herzig's Veilchen.

Da kam eine junge Schäferin»,

Mit leichtem Schritt und munterm Sinn,Daher, daher.

Die Wiese her, und sang.

Ach! denkt das Veilchen, war' ich nurDie schönste Blume der Natur,

Ach, nur ein kleines Weilchen,

Bis mich das Liebchen abgepflückt.

Und an dem Buse» matt gedrückt!

Ach nur, ach nur,

Ein Viertelstündchen lang!