Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
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Ich kenne dich, ich kenne deine Schwächen,

Ich weiß was Gutes in dir ledt und glimmt iSo sagte sie, ich hör' sie ewig sprechen.

Empfange hier was ich dir lang' bestimmt.

Dem Glücklichen kann es an nichts gebrechen.

Der dieß Geschenk mit stiller Seele nimmt:

Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit,

Der Dichtung Schleper aus der Hand der Wahrheit.

Und wenn es dir und deinen Freunden schwüleAm Mittag wird, so wirf ihn in die Luft!

Sogleich umsänselt Abendwindeskühle,

Umhaucht euch Blumen-Würzgeruch und Duft.

Cs schweigt das Wehen banger Erdgefühle,

Zum Wolkenbette wandelt sich die Gruft,

Besänftiget wird jede Lebenswelle,

Der Lag wird lieblich, und die Nacht wird Helle. -

So kommt denn, Freunde, wenn auf euren WegenDes Lebens Bürde schwer und schwerer drückt.

Wenn Sure Bahn ein frischerneuter SegenMit Blumen ziert, mit gvldnen Früchten schmückt.

Wir gehn vereint dem nächste» Tag entgegen!

So leben wir, so wandeln wir beglückt.

Und dann auch soll, wenn Enkel um uns trauernZu ihrer Lust noch unsre Liebe dauern.