Bald machte mich, die Augen aufzuschlagen.
Ein inn'rcr Trieb des Herzens wieder kühn.
Ich kennt' es nur mit schnellen Bsicken wagen.
Denn alles schien zu brennen und zu glühn.
Da schwebte mit den Wolken hergetragenEin göttlich Weib vor meinen Augen hin.
Kein schöner Bild sah' ich in meinem Leben,
Sie sah' mich a» und blieb verweilend schweben.
Kennst du mich nicht? sprach sie mit einem Munde,Dem aller Lieb' und Treue Ton entfloß:
Erkennst du mich? die ich in manche WundeDes Lebens dir den reinsten Balsam goß.
Du kennst mich wohl, an die, zu ew'gem Bunde,
Dein strebend Herz sich fest und fester schloß.
Sah' ich dich nicht mit heißen HerzensthranenAls Knabe schon nach mir dich eifrig sehnen?
Ja! rief ich ans, indem ich selig niederZur Erde sank, lang' Hab' ich dich gefühlt;
Du gabst mir Nuh', wenn durch die jungen GliederDie Leidenschaft Ich rastlos durchgewühlt;
Du hast mir wie mit himmlischem GefiederAm heißen Tag die Stirne sanft gekühlt;
Du schenktest mir der Erde beste Gaben,
Und jedes Glück will ich durch dich nur haben!
Dich nenn' ich nicht. Zwar hör' ich dich von vielenGar oft genannt, und jeder heißt dick sein.
Ein jedes Auge glaubt auf dich zu zielen.
Fast jedem Auge wird dein Strahl zur Pein.
Ach da ich irrte, hatt' ich viel Gespielen,
Da ich dich kenne, bin ich fast allein;
Ich muß mein Glück nur mit mir selbst genießen,
Dein hyldes Licht verdecken und verschließen.