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der Kritik unpartheyifch ünterfuchen und beym Fort-fetzen ihrer Vorlefungen ihr eignes Urtheil mehr undmehr prüfen und auf folche Art zu einer feften Über-zeugung gelangen.
Das Wort Recenfion hat in der Kritik des N.T. Bengel zuerft, doch blofs zufällig, weil er lieheigentlich des Worts lectio a ) oder auch familia be-dient, in die Mode gebracht. Zu wünfehen wäregewefen, dafs er lieh entweder gleich felblt, oder einAnderer feiner beyden Nachfolger, die das Wort Re-cenfion lolenn einführten, näher beßimmt hätte,was er denn eigentlich unter Recenfion verftünde.Diefes ift aber nicht nur bis jetzt von Keinem ge-fchehen, fondern fie fprechen auch noch dazu vonder einmal beliebten Recenfion auf folche unbe-ftimmte Art, dafs man darunter bald interpolirteHandfchriften , bald Kopien von dergleichen Hand-fchriften, bald ungereimte Überfetzungen, bald feh-lerhafte Citationen der Kirchenväter verftehen mufs.
Der würdige und gottesfürchtige Bengel ge-rieth, theils durch kritifche Herzensangft, theilsdurch feine Neigung zur Apokalyptik, auf diefen
Ein-
a) Stelle feine fundamenta crifeos apocal. §. IX. XII. p. 780. 781.Hier findet man nämlich f.imiüa, aucli lectio Africana und Afiartica. Wie Bengel in der Offenbarung die liomplutenlifche Aus-gabe und des Erusmi Abdruck einer einzigen llandfchrift, alszwey verfchiedene Familien hat anfehen können, ift unbegreif-lich und widerfpriclit aller Unterfucliung und Erfahrung. DieKomplutenfer hatten einen belfern Codex des Andreae , Erasmuseinen fchleclitern. Doch wollte Erasmus feinen Lefern weifsmachen, fein Codex wäre tantae cetußatis, vt apoftolorum aetateferiptus videri paffet. Man feile meine Vorrede zur erfteii Ausga-be der Apocal. auf der zweyten Seite. Mit Bestimmung des Al-ters der Handfchriften ift entfetzlicher Unfug getrieben worden.Selbft Sy Iburg, den ich verehre, fetzt einen Codex Apocal. cumcomment. Andreae ins i2te Jahrhundert. Er ift noch zu Augs-burg. Ich habe ihn hier in Wittenberg verglichen. Er lieifstbei mir 7. und ich fetze ihn ins igte Jahrhundert,