io6
Ihr beugt ein Mann, mit liebevollem Grauen,
Ein Weib die Knie, in Demuth srill entzückt;
Du aber kommst, ihr Deine Hand zu reichenAls wärest Du zu Haus bey Deines gleichen.
Doch schreite weiter, was auch hier sich finde,Zum Lande hin, dem doch kein andres gleicht.
Wo uns Natur befrepr, wie Kunst auch binde.Der Geist sich stählt, wenn sich das Herz erweicht,Vor stillem Sck>aun >o Zeit- als VolksgewindeZum Abgrund wallt, zur Himmelshöhe steigt:Dorthin gehörst Du, die Du schaffend strebest.
Die Trümmer herstellst, Lodtes neu belebest.
Führ' uns indeß durch blumenreiche Matten,Am breiten Fluß durck's wohlbekannte Thal,
Wo Reben sich um Svnnenhügel gatten,
Der Fels dich schützt vor mächl'gem Sonnenstrahl;Genieße froh der engen Laube Schatten,
Der reinen Milch unsckuldigwürd'geS Mahl,
Und hier und dort vergönn' an Deinen Blicken,
An Deinem Wort uns ewig zu entzücken!
Jubiläum
am zweyten Januar I8IZ.
Hat der Tag sich kaum erneuetWo uns Wintersreude blühet,
Jedermann sich wünschend freuetWenn er Freund und Gönner stehet.
Sagt, wie, schon am zweyten Tage,
Sich ein zweytes Fest entzündet?
Hat, vielleicht, willkommne SageVaterland und Reich gegründet?