K l a g g e sa n g
von der edeln Frauen des Asan Aga, aus demM o r l a ck lsch e n.
Was ist Weißes dort am grünen Walde?Ist es Schnee wohl, oder sind es Schwäne?War' es Schnee, er wäre weggeschmolzen;Wären's Schwäne, wären weggeflogen.
Ist kein Schnee nicht, cs sind keine Schwäne,
's ist der Glanz der Zeiten Asan Aga.Niederliegt er drin an seiner Wunde;
Ihn besucht die Mutter und die Schwester;Schamhaft säumt sein Weib, zu ihm zu kommen.
Als nun seine Wunde linder wurde.
Ließ er seinem treuen Weibe sagen:
„Harre mein nicht mehr an meinem Hofe,
„Nicht am Hofe und nicht bei) den Meinen."
Als die Frau dieß harte Wort vernommen,Stand die Treue starr und voller Schmerzen,Hört der Pferde Stampfen vor der Thüre,
Und es däuckt ihr, Asan käm', ihr Gatte,Springt zum Thurme, sich herab zu stürzen.Aengstlich folgen ihr zwep liebe Tochter,
Rufen nach ihr, weinend bittre Thränen;
„ Sind nicht unsers Vaters Asan Rosse,
„Ist dein Bruder Pintorvwich kommen!"
Und es kehret die Gemahlinn Alans,Schlingt die Arme jammernd um den Bruder:„Sieh die Schmach, o Bruder, deiner Schwester!„Mich verstoßen! Mutter dieser fünfe!"