564 l-B.zz.C. Von derKirchmzucht
plin der Resormirten Kirchen in Frailckreich beschrieben, undwelches er mit einer schönen Vorrede des Herrn von Labadie,darinnen dieses Merck ungemein angepriesen wird, imJahri^F.im Druck gegeben. Dieses kau ich indessen nicht gar mit Still-schweigen übergehen, daß bald im Anfange dieses Wercks, undzwar bald im ersten überaus schönen Hauptstücke desselben, obbe-meldte Zucht der Frantzösischen Resormirten Kirchen, wie auchderen von Genf in allen Stücken gut geheißen und bestätiget wer-de: das übrige gantze Merck aber in einer weitlarsstigern Ausfüh-rung, Erklärung und Vergrößerung fast aller ihrer Artickel be-stehe, und die Ursachen anführe, warum malt in einem oder demandern Stücke einigermassen davon abzuweichen für gut befun-den. Zum Beschlus findet man noch eine schöne Samlung unstersthiedlicher besonderen Ordnungen beigefüget.
Dmmaligts So bedienten sie sich auch noch bis auf das Jahr i6zo. derLiessen und dreifachen Begiessung eines Täuflings bey der Taufe, wie auchukgrftuertm des dreimaligen Brodbrechens bey dem heiligen Abendmahl, MbDrodrs. nahmen zu dem letzten Oblaten oder ungesäuertes Brod. Ja eswird dieses in den Resormirten Oertern in der Schweitz noch bisauf diese Stunde so gehalten, und ich habe es selbst mit meinengelobtesten Brüdern in Zürch eben so gemacht Wir begossennemlich die Stirne des Kindes dreimal mit Wasser, i. im NamenGOttes des Vaters/ 2 . im Namen GOttes des Sohnes, undg. im Namen GOttes des Heiligen Geistes, und brachen in gleich-mäßiger Absicht auf die heilige hochgelobte Dreieinigkeit die Ob-late, deren wir uns an statt des Brodteö bedienten, ebenfals indrey Stücke.
In besagtem Kosten Jahre trugen sich in unsern Thalernzwey der grösten und wichtigsten Veränderungen zu. Eine ent-setzliche Pest, dergleichen hundert Jahre vorher besagte Gegen-den ebenfals betroffen, raste mehr als drey Theile von den In-wohnern der selben weg: wenigstens musten zwey Drittel davonan dieser Seuche die Schuld der Natur bezahlen, und von fünf-