562 l-B.zz.C. Von der Kirchenzucht
ftn sowol was die kehle selbst, als auch die Zucht betroffen, Un-terredung pflegeu lassen. Nichts desto minder aber haben sie we-der in dieser noch in jener nachgeheuds was geändert; das eintzi-ge ausgenommen, daß da sie bisher den Widertäufern einigerMassen ähnlich gewesen, und in den Gedancken gestanden, daß esausser den obrigkeitlichen Personen keinen Christen zustehe dieWaffen zu führen, sondern es müsten diese, wenn man sie voneinem Orte verjagte zum andern fliehen: sie sich nachhero keinsolch Gewissen mehr daraus gemacht, nach dem Vorbild der al-ten Machabaer, im Fall der Noth auch die Waffen zu ergreiffen.Daß sie aber noch bis an das Jahr 1562. und6i. da sie ihrHer-tzog Emanuel Philibert auf Anstiften des Pabstes durch dessenwie auch Spanien uud Franckreichs Hülfe auf das äussersteverfolgt, in der ersteren Verfassung gestanden, und es für diegrdste Sünde gehalten, bey geschehener abgedrungenen Gegen-wehr dem flüchtigen Feinde auch nur mit einem einzigen Schrittenachzusetzen, versichert uns nicht nur Petrus Gillesius , demwir eine ziemlich umständliche Nachricht von diesenkeuten zut>Mcken haben, sondern viele andere Schriftsteller mehr.
Es haben sich auch obbemeldte grosse Werckzeuge der Re-formation nicht entbrechen können, GOtt von Hertzen zu danckender die reine kehre des Evangelii bey den Waldensern auf einemenschliche Vernunft weit übersteigende Weise, in ihrer erstenLauterkeit bis daher zu erhalten gewust, auch sie deswegen alsGlaubensbrüder anzusehen, und sie recht hertzlich zu lieben keinBedencken getragen. Unter andern hat ihnen die vortreflicheZucht und die ausnemeude Sorgfalt, womit sie über derselbenhalten, so wohl gefallen, daß sie es zum öftern gar hertzlich be-klagt, daß sie nicht eher Erkentnis und Wissenschaft davon ha-ben, und bey Festsetzung ihrer Glaubenslehren, so wol als beyEinrichtung der Kirchenordnungen, sich nicht besser darnach rich-ten können. Wer hiervon völlig überzeuget seyn will, der lejenur die Briefe die ihnen Lutherus, Bucerus, vornemmaber