und Sitten der Waldenser. 499
-staubter iinsundlicher Freiheiten sich zu bedienen. Unsere Kin-der treten in unsere Fusstapffen, sie halten unsern Wandel für„den besten und anständigsten, und Fremde folgen unserm Vor-bilde: Wenn wir uns unter einander Bruder heissen, (man„uennete die Waldenfer auch , wie wir oben gehöret haben, lk„Fraticelli oder lesFrayrots) so geschiehet es darum, weil wir„einen GOtt der myer Vater ist einen Glauben und einerley Hof-„nutig haben: eure Gefängnisse sind voller Missethäter, aber ihr„habt keinen von uns darunter, es müste denn ein Matterer seyn,
„oder einer der den Glauben verläugnet hatte." Sotten aber ei-nem oder dem andern die eigenen Entschuldigungen der Walden-ser selbst partheyifch zu seyn scheinen, und daher verdächtig seynwollen, wenn sie ihren Wandel selber als ungefärbt vorstellen,so wollen wir noch etliche Zeugnisse anführen, so die Kraft derWarheit auch ihren ärgsten Feinden und Verfolgern für sie ab-genötigt hat, und morgen, ob solche behörigen Grund habenwerden oder nicht?
Der von uns in diesem Wercke schort so oft angeführte be- Unterschiedsrühmte ReinevUö Sacho mag auch hier noch einmal zuerst wie-der auftreteit. Sein Zeugnis Mlls auch am allermeisten gelten,.gmen Fenidt.weil er, wie wir schon mehr als einmal erinnert haben, einer von i.RcmmSa,dcir ersten geistlichen Richtern gewesen, so Rom wider sie ausge-schickt, und länger, als zwantzig Jahr sein geistliches Amt in denThälern wider sie verwaltet. Wenn dieser grosse Mann in sei-nem schon so oft angezogenen Buche gesagt, daß die Secte derWaldenser die älteste unter allen so iemals gewesen sey , sin-temalen sie sich schon von Sylvesters, wo nicht gar schonvon der Apostel Zeiten her schreibe, so setzt er hinzu: IhreLebensart und Wandel betreffend, an statt daß andere SectM >
schor: alt sich selber einen Eckel und Abscheu von sich erwe-cken, sintemalen es bey allen auf eine Gotteslästerung hin-aus laufst, so hat diese im Gegentheil einen grossen Scheinder Gottesfurcht und Frömmigkeit, denn sie leben äuser-
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