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1 (1750)
Entstehung
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und Sitten der Maldenser. 495

(spricht er) den Protagoras nicht unter sich gelitten, sondernihn darum aus dem Lande gejaget, wer! er nicht sowol als einGottesverachter, als vielmehr als ein Welttveiser von der Gott-heit geredet, auch alle seine Schriften eben darum öffentlich ver-brant, sollen denn wir eine so schändliche und verzweifelte Rotteinner uns dulden, und sich unbestraft an unsern Göttern vergreif-fen lassen? oder sehen wir denn nicht, wie selbige den grobenund unwissenden Pöbel an sich zu ziehen, und zu chrem schändli-chen Dienst so künstlich abzurichten weis? Von ihren heimlichenZujammenverschwörungen will ich nicht erst reden: Ich geden-cke nur an ihre gottlose und verfluchte nächtliche Zusammenkünf-te, und an ihre feierliche Fasten. Sie fliehen vor unsern Tem-peln als vor offenen Gräbern, verachten unsere Götter, treibenmit unsern Heiligthümern ihr Gespötte, machen sich aus denWürden- und Ehrenämtern unserer Geistlichen gar nichts, obdiese schon beinahe nicht mehr wissen, womit sie ihre Blösse be-decken sollen. Sie sind so gar närrisch und verwegen, daß siealle Quaal und Marter verachten, wenn sie solche auch gleichalbereits vor ihren Augen sehen, und gehen mit Freuden irr denTod, um nur nach dem Tode nicht mehr zu sterben. Und den-noch vermehret sich diese verdamte Seele von einem Tage zumandern, folglich erfordett es die äusserste Noth, diese verfluchteGesellschaft, weil es noch Zeit ist auszurotten. Unmäßigkeit istein Stücke ihres Glaubens: sie nennen sich darum Bruder undSchwestern unter einander, damitsie vermöge dieser geheiligtenBenennung, an statt einer gemeinen Hurerey die greulichste Blut-schande begehen mögen: so sehr verlieben sich diese unselige Crea-turen in die allerabscheulichsten Laster? So gar will man sagen,daß sie in ihren Versamlungen einen Estlskopf anbeten, und dieSchaamglieder ihrer Geistlichen verehren, und dadurch die Na-tur ihrer Vorfahren zu vergöttern suchen. Wenn sie einen Lehr-ling in ihre Gemeinschaft aufnehmen, und solchem ihr Geheim-nis anvertrauen wollen, nehmen sie ein Kind, überkleistern es

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