490
I.B. 29 .C. Widersacher derer so d!e
an den mitternächtigen Po! erwecken, sind wie bekant, dieserReligion ebenmäßig zugethan. So hat sich auch auf der andernSeite m Ethiopien oder Habessmien , ein Land das anEgyptenflösset, und allein viel grösser ist als alle Lander in Europa diedas päbstische Joch tragen zusammen, noch immer ein Christen-Volck erhalten, daß sich lange nicht mit so vieler Abgdtterey, alsdie Römische Kirche hat beflecken lassen. Denn wir wissen,daß die dasigen Christen die besondern oder Privat-Messen nie-mals angenommen, und sie noch viel weniger als ein Opfer fürdie Lebendigen und Todten erkant haben: sondern sie bedienensich des Abendmahls, so wie die Reformirten zum Gedächtnisdes Leidens und Sterbens unsers HErrn und Heilandes JEsuChristi unter beiderley Gestalt; begehen dabey keine ketzerischeVerehrung noch Anbetung der äußerlichen Zeichen, verabscheuendie Lehre von der l'rauzlübNamjZtion und Fegefeuer, erkennenden Pabst nicht für das Oberhaupt der gantzen Christenheit, undlassen ihre Geistlichen in Ansehung des ledigen Standes nichtbinden, so wenig als sie selbst unverheiratet zu bleiben für einverdienstliches Merck halten. Zum Beweis alles dessen will ichmeinen Leser gar besonders m das 5. und letzte Capitel des rrenBuchs Pauli Veneti, und des Portugiesen FrancisciWa-res Historie von Ethiopien verwiesen haben, woselbst er Nach-richt genug von der Religion der Habessinier wird finden können.
Löwenklau in der Vorrede zu feiner türckischen Historie,der Mönch, Bruder Brocard in der Beschreibung des gelobtenLandes und seiner Inwohner und andere Geschichtschreiber mehrzeigen uns ebenfals mitten unter den Türcken und Mahometa-nem noch viel Christen, die den Pabst niemals für ihr Oberhaupterkant. Sie nennen uns unter andern die Zifianer, BuW-rier, Arnaüter, Georqianer, Iacobiten, und andere, undbesonders die Nubier, Chaldaer, Syrer, Armenier, M-roniten und Ethiopier, vor allen andern aber die Numrorerund Gabimer r welche behaupten wollen, daß sie die Lehre des